Filterwissen

Arbeitshilfen für Ihre Filteraufgabe

Eignung von Werkstoffen, Druckgeräterichtlinie, Fluidgruppen und das ABC der Kunststoffe — unser gesammeltes Fachwissen, frei zugänglich.

ABC der Filtration — Kunststoffe

Bezeichnungen, Abkürzungen sowie Marken- und Handelsnamen der wichtigsten Kunststoffe für Dichtungen, Filtermedien und Filteranlagen — durchsuchbar.

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Eignung von Werkstoffen für Filteraufgaben

Welcher Werkstoff ist — in welchem Ausmaß — für Ihre Anwendung geeignet? Übersicht zu Edelstählen, Kunststoffen (Dichtungen) und Fasern (Filtermedien).

Alle Angaben ohne Gewähr auf Richtigkeit und Vollständigkeit. Die Werte dienen als Orientierung — wir empfehlen Tests unter tatsächlichen Betriebsbedingungen; Garantieansprüche lassen sich daraus nicht ableiten. Sprechen Sie uns für eine technische Prüfung gerne an.

Edelstähle für Filteranlagen & Behälter

Beständigkeiten, Eigenschaften & typische Anwendungsfälle der 15 wichtigsten Werkstoffe:

1.4301 (AISI 304)
Häufig eingesetzter austenitischer Chrom-Nickel-Stahl mit zahlreichen Anwendungsgebieten dank guter Verarbeitungseigenschaften. Säurebeständig, gute Korrosionsbeständigkeit, sehr gute Schweißbarkeit, gute Zerspanbarkeit, tiefziehbar, verschleißfest, gut polierbar, für Tieftemperaturen geeignet.
1.4306 (AISI 304 L)
Nichtrostender austenitischer Chrom-Nickel-Stahl mit relativ hohem Chrom-/Nickel-Anteil; deutlich korrosionsbeständiger als der Vergleichswerkstoff 1.4307. Einsatz im Anlagenbau für Salpetersäure und andere aggressive Säuren. Warmfest, kaltzäh, sehr gut schmied- und schweißbar, gut polierbar; Zerspanbarkeit eher schlecht.
1.4313 (AISI 415)
Nichtrostender martensitischer Chrom-Nickel-Stahl mit sehr guten mechanischen Eigenschaften, insbesondere im Hochdruckbereich; geeignet für Turbinen- und Kraftwerksbau. Mittlere Korrosionsbeständigkeit und Schmiedbarkeit, gute Polierbarkeit.
1.4401 (AISI 316)
Nichtrostender austenitischer Chrom-Nickel-Molybdän-Stahl mit guter Korrosionsbeständigkeit gegen Säuren und chlorhaltige Medien; Haupteinsatz Lebensmittel- und chemische Industrie. Säurebeständig, kaltstauchbar, polierbar; sehr gute Korrosionsbeständigkeit, gute mechanische Eigenschaften.
1.4404 (AISI 316 L)
Chemisch beständiger, nichtrostender austenitischer Chrom-Nickel-Molybdän-Stahl; gut gegen Säuren und chlorhaltige Medien; Haupteinsatz Lebensmittel- und chemische Industrie. Sehr gute Korrosionsbeständigkeit und Schweißbarkeit, gute Schmiedbarkeit und Polierbarkeit.
1.4406 (AISI 316 LN)
Chemisch beständiger austenitischer Chrom-Nickel-Molybdän-Stahl; sehr gute Beständigkeit gegen Lochfraß, Spaltkorrosion und allgemeine Korrosion; Haupteinsatz chemische Industrie und Medizintechnik.
1.4410 (UNS S32750)
Super-Duplex-Stahl (austenitisch/ferritisch) mit hohem Chrom-, Nickel- und Molybdän-Anteil; häufig in Seewasserumgebung (Offshore-Kraftwerke, Meerwasserentsalzung). Sehr gute Korrosions- und chemische Beständigkeit, hohe Festigkeit, sehr gute Wärmeleitfähigkeit.
1.4418 (AISI S165M)
Chemisch beständiger, nichtrostender, martensitischer, säurebeständiger, vergütbarer Chrom-Nickel-Molybdän-Stahl mit sehr guten mechanischen Eigenschaften; für mechanisch und korrosiv beanspruchte Teile aller Art.
1.4429 (AISI 316 LN)
Chemisch beständiger austenitischer Chrom-Nickel-Molybdän-Stahl mit hoher Korrosionsbeständigkeit und guter Mechanik; exzellente Schweißbarkeit — daher große Bedeutung im chemischen Apparate- und Behälterbau.
1.4435 (AISI 316 L)
Nichtrostender austenitischer Chrom-Nickel-Molybdän-Stahl mit hoher Korrosionsbeständigkeit und guter Polierbarkeit; Hauptanwendung Textil- und Zellstoffindustrie, wegen exzellenter Oberflächen auch Medizintechnik. Beständig gegen interkristalline Korrosion.
1.4462 (AISI S31803)
Legierter Duplex-Stahl mit ausgezeichneter Korrosionsbeständigkeit; Anwendung in vielen Bereichen der Offshore-Industrie. Rost- und säurebeständig; die Duplex-Mikrostruktur bringt hohe Festigkeit und Beständigkeit gegen Spannungsrisskorrosion.
1.4501 (AISI F55)
Korrosionsbeständiger Super-Duplex-Stahl mit Sonderzusätzen; ausgezeichnete Beständigkeit gegen Loch- und Spaltkorrosion, gute Meerwasserbeständigkeit (Offshore-Industrie). Sehr gute chemische Beständigkeit, auch gegen Erosion.
1.4547 (AISI 254SMO)
Legierter, chemisch beständiger nichtrostender Stahl mit Sonderzusätzen. Austenitisch, säurebeständig, gute bis sehr gute Beständigkeit gegen Lochfraß und Spannungsrisskorrosion, gute Dehnungswerte und Schweißbarkeit.
1.4563 (UNS N08028)
Legierter, chemisch beständiger nichtrostender Stahl mit Sonderzusätzen. Austenitisch, gute Beständigkeit gegen korrosive Medien.
1.4571 (AISI 316 Ti)
Legierter, chemisch beständiger nichtrostender austenitischer Chrom-Nickel-Stahl mit sehr guter Korrosionsbeständigkeit. Gut schweißbar, gute Schmiedbarkeit, mittlere mechanische Eigenschaften.

Kunststoffe für Dichtungen & Filteranlagen

Welches Dichtungsmaterial ist für Ihre Anwendung (Chemikalien, Produkte) geeignet? Anwendungsspezifisch stehen insbesondere E-CTFE (Halar™), ETFE, FEP, PTFE (Teflon™), PVDF, EPDM, FPM/FKM (Viton™), NBR (Perbunan®) und Silikon-Kautschuk zur Verfügung. Die detaillierten chemischen Beständigkeitstabellen (A–Z, von „Abgase, alkalisch" bis „Zweitaktöl") stellen wir Ihnen auf Anfrage gerne zur Verfügung — die Werte basieren auf Labortests der Rohstoffhersteller und dienen als Richtlinie.

Fasern (Filtermedien)

Welche Faser ist für Ihre Anwendung geeignet? Bewertet werden die Beständigkeiten gegenüber:

  • Säuren
  • Laugen
  • Lösungsmitteln
  • Oxidationsmitteln
  • Bakterien / Schimmel

Typische Fasern sind Polyester, Polypropylen, Polyamid (Nylon™), Aramid (NOMEX®), Baumwolle, Glasfaser und PTFE. Die passende Faser für Ihr Medium und Ihre Temperatur klären wir gerne im direkten Gespräch — oder Sie geben Ihr Medium einfach in der Checkliste an.

Druckgeräterichtlinie (DGRL), Gefahren & Fluidgruppen

Offizielle Bezeichnung & Geltungsbereich

Richtlinie 2014/68/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 15. Mai 2014 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über die Bereitstellung von Druckgeräten auf dem Markt (Neufassung). Die Richtlinie wurde im Juli 2014 in Kraft gesetzt, ist seit dem 19. Juli 2016 anzuwenden und ersetzte die vorherige Druckgeräterichtlinie 97/23/EG.

Die DGRL gilt für Herstellung, Auslegung und Konformitätsbewertung von Baugruppen und Druckgeräten mit einem Druck von mehr als 0,5 bar. Druckgeräte sind Druckbehälter, Dampfkessel, Rohrleitungen, Ausrüstungsteile mit Sicherheitsfunktion und druckhaltende Ausrüstungsteile.

Wesentliche Sicherheitsanforderungen (Anhang 1 DGRL)

  • Allgemein: Druckgeräte sind so auszulegen, herzustellen, zu überprüfen und gegebenenfalls auszurüsten und zu installieren, dass ihre Sicherheit gewährleistet ist, wenn sie im Einklang mit der Betriebsanleitung des Herstellers oder unter nach vernünftigem Ermessen vorhersehbaren Bedingungen in Betrieb genommen werden.
  • Entwurf: Fachgerechter Entwurf unter Berücksichtigung aller für die Sicherheit über die gesamte Lebensdauer entscheidenden Faktoren — mit geeigneten Sicherheitsfaktoren und -margen für alle relevanten Ausfallarten.
  • Fertigung: Der Hersteller gewährleistet die sachkundige Ausführung der in der Entwurfsphase festgelegten Maßnahmen durch geeignete Techniken und Verfahren.
  • Werkstoffe: Die verwendeten Werkstoffe müssen, falls sie nicht ersetzt werden sollen, für die gesamte vorgesehene Lebensdauer geeignet sein.
  • Weitere spezifische Anforderungen für bestimmte Druckgeräte.

Gefahren & Fluidgruppen

Für die Einstufung nach DGRL ist das Fluid entscheidend — Gase, Flüssigkeiten oder Dämpfe als reine Phase sowie deren Gemische:

Fluidgruppe 1

Gefährliche Fluide

Medien mit Gefährlichkeitsmerkmalen gemäß GefStoffV: ätzend, entzündbar, explosiv, extrem entzündlich, instabil, leicht entzündbar, organisches Peroxid, oxidierend, pyrophor, selbstzersetzlich, toxisch.

Fluidgruppe 2

Ungefährliche Fluide

Alle Medien ohne die Gefährlichkeitsmerkmale der Fluidgruppe 1 — z. B. Wasser, viele Lebensmittel und unkritische Prozessmedien.

Kategorisierung von Druckbehältern

Druckgeräte für die Filtrationstechnik aus den Fluidgruppen 1 oder 2 werden eingestuft gemäß Art. 4 Abs. 3 DGRL („gute Ingenieurspraxis") oder gemäß Kategorie I, II, III oder IV (mit CE-Kennzeichnung) nach Anhang 2 DGRL — abhängig von Fluidgruppe, Druck und Volumen. Die Bewertung der Konformität erfolgt nach den jeweils erforderlichen Modulen, die Einhaltung der Sicherheitsanforderungen gemäß AD-2000-Regelwerk.

In unseren Angebots-Checklisten fragen wir Fluidgruppe und DGRL-Einstufung direkt ab — falls Ihnen die Einstufung noch nicht bekannt ist, übernehmen wir die Bewertung im Rahmen der Auslegung.